Abtransport aus der Wellpappenanlage (WPA)
Die WPA-Halle bildet das Herzstück des neuen Werkes. Eine Besonderheit ist der Einsatz von insgesamt drei Ablegern im Abtransport der Wellpappenanlage. Durch die Flexibilität im Abtransport der Formatgrößen wird die Auftragsvielfalt mit der Kombination dieser Ableger unterstützt.
Block-Vervielfacher hinter der Wellpappenanlage
Um die Flächennutzung im Hochregallager zu optimieren, hat MINDA hinter der WPA einen Block-Vervielfacher integriert. Dieser ermöglicht es, Teilläufe aus der WPA bis zu einer maximalen Stapelhöhe von 2.200 mm zu vervielfachen. Dies reduziert die benötigte Stellplatzanzahl im Hochregallager deutlich und steigert damit die Effizienz der Lagerlogistik.
Palettenbeladestation (BoP) hinter der Wellpappenanlage
In der WPA-Halle können die Stapel direkt nach der Erzeugung der Wellpappenformate auf Palette gesetzt werden. Die von MINDA gelieferte Palettenbeladestation (BoP) umfasst dabei Formatgrößen mit Abmessungen von 500 mm bis 6500 mm.
Intralogistische Anbindung an zwei Hochregallager
Die gesamte Fördertechnik inklusive Steuerung zur Beschickung und Entsorgung für beide Hochregallager stammt von MINDA. Dabei umfasst das Werkslayout ein Hochregallager für Roh- und Halbfertigware und ein weiteres Hochregallager für Fertigware.
Die Einlagerung ins Hochregallager erfolgt bis zu einer Breite von 5.500 mm. Für eine hohe Effizienz ist insbesondere der intralogistische Prozess in der Vorzone entscheidend. Die definierten Schnittstellen stellen maximale Anforderungen an eine durchgängige Automatisierung.
Die exakte Positionierung der Stapel erfolgt auf 10 mm genau über die MINDA-Komponenten. Dabei können bis zu vier Ladeeinheiten gleichzeitig zur Abnahme vorbereitet und per Pusher zu einem Stapelbild zusammengesetzt werden. Das Regalbediengerät übernimmt diese exakt ausgerichteten Ladeeinheiten dann direkt zur Einlagerung.
Verarbeitungsmaschinen auf zwei Ebenen angebunden
Insgesamt sind sechs Verarbeitungsmaschinen im Erdgeschoss über die Fördertechnik angebunden. Ein besonderes Highlight des neuen TRICOR Werkes ist die Anbindung weiterer Verarbeitungsmaschinen – neben den sechs im Erdgeschoss - in einer zweiten Ebene. Dafür verbinden zwei Vertikalheber Erdgeschoss und Obergeschoss nahtlos miteinander. Sie transportieren Fertig- und Halbfertigware zwischen den Ebenen und übernehmen gleichzeitig Brückenfunktionen – zum Beispiel als Rückführlinie.
Die Zuführung der Stapel zur Verarbeitung in der zweiten Ebene erfolgt entweder über einen der Vertikalheber oder über das zweite Hochregallager. Dieses ist über zwei separate Zuführstrecken an die zweite Ebene angebunden. Die in der entsprechenden Gasse des Hochregallagers befindlichen Regalbediengeräte können beide an den Austransport zur zweiten Ebene abgeben, wodurch eine hohe Anforderung an die Flexibilität der dort befindlichen Intralogistik gestellt wird.
Palettensicherungslinie mit zwei Palettenbeladestationen (BoP)
In der Palettensicherung erfolgt die vollautomatische Palettierung der Stapel mittels zwei Palettenbeladestationen (BoP). Das System erkennt automatisch, ob ein Stapel bereits mit Palette der Linie zugeführt wurde oder ob der Stapel noch auf Palette gesetzt werden muss. Die Versorgung der Beladestationen erfolgt über ein integriertes Leerpalettenlager mit Palettenprüfanlage. Die Zufuhr der Leerpaletten erfolgt vollautomatisch sowohl zu den Beladestationen in der Verarbeitungshalle als auch zur Beladestation in der WPA-Halle.
Durchgängige Digitalisierung und Schnittstellenvielfalt
Mit der intelligenten Steuerungs- und Visualisierungssoftware MINDA MoveIT wird sichergestellt, dass jeder Stapel zu jeder Zeit eindeutig identifizierbar ist. Die lückenlose Materialflussverfolgung ermöglicht dem Kunden zu jeder Zeit volle Transparenz.
Zusätzlich stehen statistische Auswertungen zur Verfügung, etwa wie viele Blöcke zu welcher Maschine transportiert werden, welche Leistungsdaten vorliegen und wo sich mögliche Verschleißschwerpunkte abzeichnen. Diese Kennzahlen liefern TRICOR wertvolle Hinweise zur Nutzung einzelner Verarbeitungsmaschinen, unterstützen die vorausschauende Instandhaltung und ermöglichen eine optimierte Produktionsplanung.
Mit MINDA MoveIT setzt TRICOR nicht nur auf eine durchgängige Visualisierung, sondern ein intelligentes Steuerungssystem, was dank umfassender Analyse zur Effizienzsteigerung in der Produktion beiträgt.
Komplettlösung auf zwei Ebenen
TRICOR hat bei der Ausstattung des neuen Werkes auf MINDA als Komplettanbieter für Intralogistik aus einer Hand gesetzt. Es wurde gemeinsam ein Layout mit intelligentem Materialfluss entwickelt, welches besonders platzsparend aufgebaut ist und die großen Formate berücksichtigt, welche in unterschiedlicher Orientierung durch die Hallen gefördert werden müssen. TRICOR profitiert dabei von einem festen Ansprechpartner für die gesamte Planung und Ausführung des Projektes.
Die Anbindung der zweiten Ebene mit Verarbeitungsmaschinen macht das gesamte System dabei dreidimensional: Statt rein horizontalem Materialfluss entsteht gleichzeitig ein vertikal vernetztes Produktionslayout, das Platz spart, Durchlaufzeiten verkürzt und hochkomplexe Auftragsvielfalt ermöglicht. Diese Architektur ist ein Paradebeispiel für intelligente Intralogistik in der Wellpappenindustrie.



